Heute Mittwoch, der Neema Tag – mit Emily sind wir los in der früh und haben gesehen, wie die Regenzeit nun wirklich nicht zu übersehen ist. Wasserlöcher überall, Hauptstraßen überschwemmt, überall große matschige Abschnitte, wo wir vorher noch nicht wissen, ob, wenn wir durchfahren, es noch ein nachher geben wird oder ob wir nicht einfach stecken bleiben.
Anna, meine Kollegin, die gestern nicht zur Arbeit kommen konnte, weil vor ihrem Zuhause alles überschwemmt gewesen ist. Die starke Strömung hat zwei der Nachbarskinder mitgenommen, Müll und zum Teil der Hausstand der Menschen schwimmt am Straßenrand umher.
Und ich denke an meine letzten Wochen – ich bin nach Hause geflogen über Ostern. Grund: Heimweh. Festgesteckt in den Wirrungen meiner Zukunftspläne. Bleiben. Nicht bleiben. Geld verdienen? Selbständigkeit angemeldet. So viel, dass ich in meinem eigenen Hochwasser gestrandet bin und mein Ausweg ein Flug nach Hause gewesen ist. Meine Mama, die mich sofort in diese Glücksblase eingeschlossen hat, wie es wohl nur Mamis können. Lieblingsessen, Ausflüge in die Natur und eine Bestärkung in allem was ich tue. Meine Freunde und ihre Familie mit Tonnen von Schokohasen, Umarmungen, Aperol Sprizz und Mädels Abenden. Mut und Kraft aufgetankt. Und meine Mutter, die sagt, Du musst nicht wieder zurück, wenn Du nicht willst.
Ich weiß. Doch ich will. Auch wenn es manchmal nicht einfach ist.
Doch die Menschen, die ich hier begleiten darf, verdienen es, dass ich noch etwas durchhalte. Da ist Mama Iddi, die im letzten Jahr kein wasserdichtes Dach über dem Kopf hatte. Heute schon.
Da sind kleine Familien, denen wir helfen, den Mut nicht zu verlieren, wenn das Leben auch, insbesondere bei diesen Wetterbedingungen, härter ist als eh schon. Mit Lebensmitteln und Kleidung aushelfen, Mieten bezahlen bis sie soweit sind, wieder für sich selbst zu sorgen. Gebrauchte Kleider für ein Kleiderbusiness, Kapital für den Obst/Gemüsehandel. Ihnen Nähen beizubringen, um das irgendwann als Geldeinnahmequelle nutzen können. Und noch so Einiges.
Ich stecke fest und buche einfach einen Flug nach Haus, um wieder aufzutanken. Diese Menschen stecken gerade nicht selten im Matsch fest oder haben ihn gleich im Hause. Keine leichte Option. Also bleib ich dran…

Und füge hinzu, dass ich trotz Regen in der Nacht trockenen Fußes, bei Sonnenschein den Rest des Tages verbracht habe und immer noch draußen im Freien die schöne milde Luft genießen darf während ich diesen Blogpost schreibe.
Grüße aus Arusha
Eure Mariya
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