Montagsgruß

Aus Tanzania – manchmal matschig. Manchmal staubig und holperig.  Und ganz oft mit einem lachen auf den Lippen, weil ich mich bis heute manchmal dabei ertappe, dass ich mich wundere, wohin zum Teufel mich das Leben hier hin manövriert hat.  Verwundert und zutiefst dankbar, denn es ist so gut und wichtig – insbesondere, da immer mehr wunderbare Menschen herkommen, um mitzuhelfen. Wir schauen alle über unseren Tellerrand hinaus und versuchen zu verstehen 😊 den Zauber Tansanias und seinen Menschen.

Vorgestern laufe ich zum Markt runter. Ein Markt der Massai Community, die hier lebt. „Mama yangu“  – meine Mama (ein Grußwort hier).  Habari? So werde ich oft gegrüßt und grüße andere.

Shikamoo Mama!  (ein ehrerbietiger Gruß von jüngeren zu Älteren).  Vor mir laufen zwei alte Frauen (mit riesigen Körben auf den Köpfen), freundlich grüßend, den Staub ignorierend. Dazwischen Massai, die entweder mit ihren Kühen und Ziegen spazieren gehen oder gleich versuchen werden, sie auf dem Markt zu verkaufen. Ich gehe einkaufen auf dem Markt. An machen Tagen ist es einfach ein ganz normaler Einkauf. An manchen Tagen fühle ich mich todesmutig zwischen all den Kühen, Ziegen, Menschen, Motorrollern und Dala Dalas ( Bussen).

Hier gibt es auch einen Mini Supermarkt in dem die Zivilisation nicht halt gemacht hat. Ich kaufe Schoki, Reis und Cola ein und Klopapier😊 .. und die liebe Besitzerin des Ladens tippt am Ende alle Preise in ihr Telefon ein, um mir dann den Preis zu geben. Trust the System.

Und dann laufe ich zurück an Bananenplantagen, Mais, Sonnenblumen vorbei. Manchmal staubig, manchmal matschig und wieder dieses bunte Bild vor meinem Auge und ich freu mich, ein Teil davon zu sein! Ein Teil, der irgendwie immer auffällt – doch mittlerweile haben sie sich an mich gewöhnt. Auf den letzten Metern finde ich nochmal einen anderen Supermarkt kurz vor dem Zuhause. Supermarkt und Bar meines Vertrauens! Im Supermarkt kaufe ich eine Riesenflasche Trinkwasser für zuhause. 19.8 liter (weiß nicht, warum nicht 20 liter). Eines weiß ich aber. Die Einheimischen Mamas tragen sowas gerne auf dem Kopf oder einfach so unterm Arm. Ich habe die dumme Flasche an diesem Tag getragen, gerollt, getragen, unterm linken Arm, dem rechten Arm,… bis einer der Jungs Mitleid hatte und das riesen Ding unterm Arm nach Hause getragen hat für mich. Ich sage, pole sana, Entschuldigung und dass ich zu schwach bin. Er lacht und sagt, ja ja – das hier ist Teil ihres Lebens. Damit wachsen sie ja quasi auf.

Ich weichei 😊 … sagt er nicht. Denke ich.!!

Schön, Teil ihres Lebens zu sein! Auch wenn ich weiß, dass ich manchmal zu schwach bin. Gut sich dann helfen zu lassen. Hier, wo man sich gerne hilft!

Herzliche Grüße von einer, die vom anderen Tellerrand schon abgesprungen ist.

Eure Mariya

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