Wieder in Tansania habe ich endlich mal Zeit, etwas ausführlicher zu posten. Auf die Webseite kommt ihr gerade nicht – doch wer den Newsletter abonniert hat, der bekommt diesen ja trotzdem.
Ich/Wir sind gerade dabei, einen Verein zu gründen. Das ist wunderbar und ein Traum und viel Arbeit. Doch am Ende haben wir eine Plattform um noch mehr Mamas und Kindern in Tansania helfen zu können, ein würdevolles und selbst bestimmtes Leben zu führen. Und daher arbeite ich gerade an der Webseite für den Verein.
Doch in der Zwischenzeit möchte ich das hier mit Euch teilen. Das Leben in Tansania ist Rauh. Heiß und staubig und holperig. Auf der Straße und innen drin in mir auch! Hier zu Leben ist nicht romantisch. Manchmal klingt es wohl so – doch dem ist nicht so. Trotzdem liebe ich es so sehr. Denn rauh oder staubig – die Menschen heißen uns immer willkommen. Die Mamas hier in der Stadt und die Mamas draußen im Busch.
Dank Gilbert hatten meine Mama und ich die Gelegenheit sein Dorf Soit Sambu zu besuchen.
Wenn Du hier nach mehreren Stunden holperiger Anreise aus dem Jeep gespuckt wirst, wartet etwas ganz ursprüngliches auf Dich bzw. ein beeindruckender Mix aus „modernem“ Massai Zuhause bei Jennifer. Ein wunderschönes Haus und ein eigenes Zimmer mit Bett und Bad. Aber das moderne Hause hat erst seit ein paar Monaten Strom zu Verfügung. Fließend Wasser gibt es gar nicht. Daher stehen neben der Küche ganz viel Plastikeimer mit Wasser gefüllt. Zum Trinken, Kochen, Waschen, Toilette gehen, Duschen, …. Da brauchte ich grad ein bisschen Zeit um mich einzugewöhnen und die für uns ganz normalen Tagesabläufe etwas anzupassen. Dafür bekommen wir Jennifers und James Gastfreundschaft in Form von Chai mit ganz viel Zucker und leckerem Essen (wo das Huhn doch grad noch im Hof umhergelaufen ist) zu spüren.

Und dann geht es weiter zu Gilberts Eltern. Unterwegs kommen schon ganz viele Kinder die mir alle schon gut bekannt sind. Hier auf den Arm nehmen, da kitzeln, da hochnehmen (was immer gut überlegt sein sollte – denn hier ist immer gerne die Hose nass… also von den kleinen Kindern) und dann sind wir da. Gilberts Papa spricht etwas English. Das ist klasse! Die Mama leider nicht – doch verstehen tun wir uns trotzdem. Nicht immer braucht man Worte zum Kommunizieren. Hier sitzen wir in der Lehmhütte mit einer kleinen Lampe an. Strom gibt es hier schon. Wasser aber nicht. Pipi gehst Du draußen irgendwo. Daher überlege ich mir auch immer vorher gut, wieviel Tee vom Tee ich überhaupt trinke. Hier gibt es nämlich auch Chai. Tee und noch mehr Tee mit Zucker und full full Zucker. Sein Papa ist dafür bekannt, dass er noch mehr Zucker zum Zucker im Tee haben mag. Da prallten doch mit meiner Mama, die gar keinen Zucker im Tee braucht schon zwei Welten aufeinander die fröhlich diskutiert wurden.
Wir sitzen also und trinken Tee. Alle möglichen Familienmitglieder kommen rein. Entweder um die Wazungu (weißen) zu sehen oder vor allem auch Gilbert Hallo zu sagen und den Vater um Rat zu fragen. Ein Fluss von Menschen kommend und gehend. In Massai – wir verstehen also gar nichts. Egal. Trotzdem verzaubernd. Und die Kinder schauen immer wieder zur „Tür“ rein und wollen uns natürlich sehen.



Und dann geht es weiter zu Norparakwo, eine Schwester von Gilbert. Sie und ihre Familie leben noch ganz ursprünglich in den Boma´s. Spätestens hier möchte man sich zwischendurch fast kneifen um zu sehen ob man wirklich wach ist oder dies ein Traum ist. Wir sind wach. Definitiv. Und ich zutiefst dankbar, weil ich nicht das erste Mal kommen darf und trot der Hautfarbe alle sind, wie sie sind und uns mit Chai Tee (mit Zucker) und nun auch mit Fliegen am Tassenrand begrüßen und alle sich nicht in ihrem täglichen Lebensrhythmus stören lassen.



Verstaubte, verzauberte Grüße an Euch!

Eure Mariya
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